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Digitale Geschäftsmodelle in der Immobilienwirtschaft

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Neue digitale Geschäftsmodelle drängen in den Immobilienmarkt und versuchen etablierte Geschäftmodelle zu verdrängen. Die digitale Transformation wird dadurch für etablierte Unternehmen zunehmend wichtiger. Doch ein Geschäftsmodell wird nicht automatisch erfolgreich durch eine schlichte Digitalisierung des Unternehmens. Es gibt drei Regeln die für eine erfolgreiche Digitalisierung beachtet werden müssen.

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Digitale Geschäftsmodelle in der Immobilienwirtschaft

  1. 1. 1 Digitale Geschäftsmodelle in der Immobilien- wirtschaft Carsten Lausberg/Patrick Krieger, Management Circle, Die digitale Zukunft der Immobilienwirtschaft, Berlin, 17./18. Sep. 2015
  2. 2. Die Immobilien- wirtschaft vollzieht einen Wandel … 2
  3. 3. aufgrund demographischer Veränderungen, … 3 Mehralte Menschen und weniger Arbeitskraft 61% 21% 52% 36% 2014 2050 Quelle: Statistisches Bundesamt (2014) Rentner Arbeits- tätige Arbeits- tätige Rentner
  4. 4. aufgrund neuer, strengerer Regularien, … 4 REGULARIEN ERSCHWEREN DAS GESCHÄFT Basel III MaRisk Bestellerprinzip
  5. 5. durch neue Konkurrenz von innen und außen, … 5 Virtuelle Handels-, Büro-, Hotel- und Wohn- flächen
  6. 6. durch die technologische Entwicklung u.v.a.m. 6 Drohnen Software as a Service Diese Entwicklung ist nicht aufhaltbar
  7. 7. Dies führt zu geringeren Margen, … 7 0% 1% 2% 3% 4% 5% 6% 4.1% 0.9% Durchschnittliche Kapitalrendite Linearer TrendKapitalrendite US-Unternehmen Quelle: Compustat, Deloitte Analysis
  8. 8. insb. in anlagenintensiven Geschäftsmodellen. 8 in 93 Jahren erbaut in 4 Jahren angesammelt 610.000 Zimmer in 88 Ländern 650.000 Zimmer in 192 Ländern Neues Modell: informationsintensiv Altes Modell: anlagenintensiv Quelle: Eigene Darstellung; nach Rachel Botsman, 2014
  9. 9. Diese Probleme können ziemlich frustrieren. 9 Davis,Jake(2011),ohneTitel,<www.flickr.com/photos/jakechristopher/5707798540/>, <creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/legalcode>
  10. 10. Die Hoffnung liegt auf der Digitalisierung, … 10
  11. 11. … weil sie unsere Probleme lösen kann. 11 § $ Mehr Output bei weniger Input Konformität mit Regularien Höhere Kapitalrendite Schnellere Reaktion auf Kundenbedürfnisse
  12. 12. Wir stehen noch am Anfang, … 12 Es ist noch ein sehr weiter Weg für die Immobilienwirtschaft Digitalisierungs- grad Transformations- intensität Quelle: Eigene Darstellung, schematisch, in Anlehnung an MIT Sloan (2013), Slywotzky (2000). Zeit Immobilien- wirtschaft
  13. 13. Wir stehen noch am Anfang, … 13 Es ist noch ein sehr weiter Weg für die Immobilienwirtschaft Digitalisierungs- grad Transformations- intensität Quelle: Eigene Darstellung, schematisch, in Anlehnung an MIT Sloan (2013), Slywotzky (2000). Zeit Immobilien- wirtschaft Friseur
  14. 14. Wir stehen noch am Anfang, … 14 Es ist noch ein sehr weiter Weg für die Immobilienwirtschaft Digitalisierungs- grad Transformations- intensität Retail Quelle: Eigene Darstellung, schematisch, in Anlehnung an MIT Sloan (2013), Slywotzky (2000). Zeit Immobilien- wirtschaft Handel
  15. 15. Wir stehen noch am Anfang, … 15 Es ist noch ein sehr weiter Weg für die Immobilienwirtschaft Digitalisierungs- grad Transformations- intensität Retail Quelle: Eigene Darstellung, schematisch, in Anlehnung an MIT Sloan (2013), Slywotzky (2000). Profit-Zone Zeit Immobilien- wirtschaft Friseur Handel
  16. 16. aber vor gravierenden Änderungen … 16 Digitalisierung Marge Wohnungen Asset Management Internetportal ? Profit-Zone Bilanz- summe Hoch Mittel Klein Quelle: Eigene Darstellung, schematisch, angelehnt an Slywotzky (2000). Digitalisierte Unternehmen sind profitabler und wachsen schneller.
  17. 17. … und das Unbekannte weckt Ängste. 17 NEULAND ANGST IST DIGITALISIERUNG FÜR VIELE
  18. 18. Eine neue Umgebung erfordert neue Strategien 18 Bumgarner,Bill(2006),„DeadPufferfish“,<www.flickr.com/photos/bbum/97809094/>, <creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode>
  19. 19. Ein digitales Geschäftsmodell entsteht… 19
  20. 20. (A) aus einem konventionellen Modell, … 20 Beispielhafte Wertschöpfung eines Immobilienmaklers Wertschöpfungs- breite Akquise Angebot Kunden- verwaltung Beratung 80% selbst 20% fremd 100% selbst 50% selbst 50% fremd 70% selbst 30% fremd Wertschöpfungs- tiefe
  21. 21. das mit einer revolutionären Idee kombiniert wird, … 21 Immobilienscout24 verkauft Werbefläche über das Internet Akquise Angebot Kunden- verwaltung Beratung 100% fremd 100% fremd 100% selbst digital 100% fremd Wertschöpfungs- breite Wertschöpfungs- tiefe
  22. 22. öfter aber (B) als Evolution eines etablierten Modells 22 Wertschöpfung eines klassischen Wohnungsverwalters. Property Management Facility Management 10% selbst 80% selbst 20% fremd 90% fremd Wertschöpfungs- breite Wertschöpfungs- tiefe
  23. 23. öfter aber (B) als Evolution eines etablierten Modells 23 Wertschöpfung eines Verwalters für Studentenwohnungen mit digitalen Services. Property Management Facility Management 10% selbst 60% selbst 20% fremd 90% fremd 20% selbst digital Added Services 100% selbst digital Wertschöpfungs- breite Wertschöpfungs- tiefe
  24. 24. 24 Es braucht viel, damit daraus etwas Großes wird. SimonQ(2010),„Sprout“,<www.flickr.com/photos/qiaomeng/5211031472/>, <creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/legalcode>
  25. 25. Digitale Geschäftsmodelle funktionieren… 25
  26. 26. … nur im Einklang mit der Geschäftsstrategie, … 26 Digitalisierung führt ohne Strategie zu weniger Rentabilität. Umsatz Rendite Quelle: MIT Sloan Institute (2013) +6% +9% -11% +26% Ohne Mit Strategie Ohne Mit Strategie
  27. 27. … nach drei Spielregeln: Kommunizieren, … Regel #1 27 Welche Probleme existieren? Welches Wissen kann generiert werden? Wer sind die Stakeholder? Schritt 1 Schritt 2 Schritt 3
  28. 28. 28 Geschäftsmodell Wertschöpfung Vernetzung Vernetzen, … Regel #2 Tourist Hotelier Schritt 1 Interessen vernetzen … Tourist Hotelier Vermieter Schritt 2 und weitere Schnittmengen finden.
  29. 29. … Optimieren. 29 Regel #3 Manuelle Arbeit verschieben. Schritt 1 Tourist 0 1 1 0 Daten in Know-How wandeln und Bedürfnisse stillen. Schritt 2 Tourist 0 1 1 0 Schritt 3 Ähnliche Bedürfnisse erkennen und Know-How verwerten. 0 1 1 0 Tourist Vermieter
  30. 30. Aber bitte verantwortungsbewusst! 30 Dialoge auswerten ist ok, aber … Dialoge bedeuten Freiwilligkeit. Freiwilligkeit bedeutet Transparenz.
  31. 31. Zuhören. Vernetzen. Optimieren. Umsetzen! 31 Goller,Markus(2013),„ListeningCarefully“,<www.flickr.com/photos/markusgoller/9784580435/>, <creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode>
  32. 32. Die Umsetzung digitaler Geschäftsmodelle funktioniert … 32
  33. 33. … bereits in der Hotellerie, … 33 Prozesse Personal Ausstattung Marge Kosten Umsatz Preisdruckund Kosten schmälern die Margen. Aktuelle Situation Quelle: Eigene Darstellung, schematisch
  34. 34. Geschäftsmodell Moxy Hotels 34 Schlüssel- partner Schlüssel- aktivitäten Schlüssel- ressourcen Kunden- beziehung Kanäle Kunden- segmente Kostenstruktur Einnahmequellen Wert- angebot Übernachtung Website Low-Budget- Reisende IKEA Vermietung Hotelbau und Zimmerausstattung Marketing der Zimmer Personalintensive Services, z.B. Bar Günstige, aber „hippe“ und komfortable Übernachtungen Prozess-Know-How Kundenkenntnis Social Media Hotline Marriott App Umfrage per App IT Services
  35. 35. 35 Regel #1 Gast Möbelhersteller Stakeholder von Moxy Hotel identifizieren. Niedrige Kosten. Skaleneffekte weiter ausbauen. Bedürfnisse identifizieren. Kommunizieren 1:1
  36. 36. 36 Regel #2 Moxy Hotel hat Kostenvorteile, wenn die Hotelzimmer vorgefertigt sind + = Vernetzen 1:1 IKEA Gast Geschäftsmodell Wertschöpfung Vernetzung
  37. 37. 37 Regel #3 Nur Web-Buchung, Automaten-Check-in, SB-Catering. Gast 0 1 1 0 Verschieben. Optimieren 1:1 Verwerten. ? Bei einer 1:1 Beziehung kann wenig verwertet werden. IKEA lernt aus den Erfahrungen von Moxy Hotels. Verwandeln. IKEA 0 1 1 0
  38. 38. … oder bei studentischem Wohnen. 38 Regularien Personal Instandhaltung Marge Kosten Umsatz Preisdruckund Kosten schmälern die Margen. Aktuelle Situation Quelle: Eigene Darstellung, schematisch
  39. 39. Geschäftsmodell International Campus 39 Schlüssel- partner Schlüssel- aktivitäten Schlüssel- ressourcen Kunden- beziehung Kanäle Kunden- segmente Kostenstruktur Wert- angebot Einnahmequellen Studenten Investoren Arbeitgeber Facebook Website Telefon Asset Management Fee Recruiting Fee Beratungsprovisionen Personalkosten Mitarbeiter Prozess-Know-How Projektentwickler Herstellungskosten der Wohnheime Komfortablen Wohnraum Talent Recruiting Enger Kontakt durch Plattform Investment- Pipeline Management- Plattform Asset-Management Personal- Vermittlung Beratung
  40. 40. 40 Regel #1 Stakeholder identifizieren. Student Investor Arbeitgeber Bedürfnisse identifizieren. Niedrige Kosten. Gute Investitionen. Talentierter Nachwuchs. Kommunizieren 1:N
  41. 41. Vernetzen 1:N 41 Regel #2 Geschäftsmodell Wertschöpfung Vernetzung Wissen über Studenten für besser Anlageprodukte nutzen. Investor Student Wissen über Studenten zur Arbeitsvermittlung verwerten. Investor Student Arbeitgeber
  42. 42. Optimieren 1:N 42 Regel #3 Anmietung und Kündigung über Web. Verschieben. Student 0 1 1 0 Höhere Margen durch Wissen über Studenten. Verwandeln. Investor 0 1 1 0 Verwerten. Wissen auch für weitere Segmente nutzen. Investor 0 1 1 0 Arbeitgeber
  43. 43. 43 Viele Wege führen nach Rom Bild:HansJörgK.2012.https://www.flickr.com/photos/hjkaiser/8893553520/
  44. 44. Jedes Unternehmen muss seinen Weg zum Ziel finden … 44
  45. 45. 45 über (A) ein komplett neues Geschäftsmodell, Hotelunternehmen ohne Hotels Maklerunternehmen ohne Makler Wohnungskonzern ohne Wohnungen ? Taxiunternehmen ohne Taxis
  46. 46. 46 (B) die Transformation des alten Geschäftsmodells Makler mit Internettochter Immobiliendienstleister mit Internettochter ? ? Bank mit Internettochter Verlag mit Internettochter
  47. 47. 47 oder (C) eine teilweise Digitalisierung, … Dokumenten- managementsystem CRM-System Internet-Shop Digital Digital Digital
  48. 48. 48 bei der Technik nur Mittel zum Zweck ist… Höhere Effizienz und Kunden- zufriedenheit 3,2 Tage Quelle: degewo AG nachhervorher 1,2 Tage Durchlaufzeiten für Schaden- meldungen in einem Kundencenter
  49. 49. und sich ihr wahrer Nutzen evtl. später herausstellt. 49 Die Einschätzung verschiebt sich zum wahren Nutzen von Codierungssystemen. Quelle: Puls, Schuk, Steinhauser, Suhren, Vogler, Wiegand, und Zwingert (2015) Subjektiver Nutzen Hoch Mittel Niedrig Zeit Kosten Rechts- sicherheit Generell In Planung Eingeführt
  50. 50. Auf jedem Weg gibt es viele Abzweigungen. 50 Die Digitalisierung delegieren oder selbst steuern? Digitale Unternehmensteile ausgliedern oder integrieren? Digitale Projekte diversifizieren oder konzentrieren? Mit Wettbewerbern konkurrieren oder kooperieren? Den Kunden folgen oder die Kunden führen? Kompetenz einkaufen oder selbst erstellen? 1 2 3 4 5 6
  51. 51. So bunt wie diese Apps, so vielfältig sind Ihre Chancen. 51
  52. 52. Prof. Dr. Carsten Lausberg Patrick Krieger Immobilienwirtschaftliches Institut für Informationstechnologie (ImmIT) HfWU Nürtingen-Geislingen Parkstraße 4 73312 Geislingen (Steige) T: +49 7331 - 22 - 574 M: +49 171 - 71 81 766 E: carsten.lausberg@hfwu.de I: www.immit.de 52

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