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Commonistische Inklusionsgesellschaft

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Workshop von Simon Sutterlütti und Stefan Meretz bei der Ferienuni Kritische Psychologie am 14.9.2018 in Berlin

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Commonistische Inklusionsgesellschaft

  1. 1. COMMONISTISCHE INKLUSIONSGESELLSCHAFT Die Begründung der Möglichkeit
  2. 2. „DER KAPITALISMUS IST DIE BESTE ALLER SCHLECHTEN GESELLSCHAFTEN“Postmoderner Zeitgeist
  3. 3. UTOPIETHEORIE Wie über Utopie sprechen? Utopietheorie|Zielbestimmung|Herstellung*, Vermittlung& Individualität
  4. 4. JENSEITS VON WUNSCHTRAUM … ▪ Bsp. ‚Planet der Habenichtse‘ (U. LeGuin) ▪ „Das ist doch utopisch …“ ▪ Utopie im Diskursraum von Hoffnung, Ziel, Wunschtraum, Fantasie ▪ Utopie als Willkür Enthält Wahrheit: Utopie häufig Fantasie Positiv: Überschreitet Bestehendes, Negativ: Bloße Behauptung
  5. 5. … UND BILDERVERBOT ▪ Traditionsmarxismus: Geschichtsdeterminismus Keine Notwendigkeit Utopie zu bestimmen, sie kommt sowieso ▪ Kritische Theorie: Unser Denken ist herrschaftlich ▪ Utopie schreibt Herrschaft fort: Kein Auspinseln ▪ T. W. Adorno: Bilderverbot ist kein Denkverbot
  6. 6. KATEGORIALE MÖGLICHKEITSUTOPIE ▪ Beschreibung vs Begründung VWL vs Marx Innere Funktion vs Oberflächenbeschreibung ▪ Utopie als menschliche Möglichkeit In der Utopie und heute leben Menschen ▪ Begründete Utopie: Offenlegung der Grundlage Kritik Individual- und Gesellschaftstheorie ▪ Die Utopie zur Wissenschaft
  7. 7. INDIVIDUALTHEORIE: KRITISCHE PSYCHOLOGIE ▪ Begriff des Menschen: historisch Allgemeines ▪ Gesellschaftlicher Mensch: Herstellung* der Lebensbedingungen Gesellschaft erscheint als Natur, ist aber keine („Zweite Natur“) ▪ Handlungsfähigkeit: „Verfügung über die eigenen Lebensbedingungen in Teilhabe an der Verfügung über den gesellschaftlichen Prozess“ (Holzkamp) ▪ Exklusionsgesellschaft: Restriktive Handlungsfähigkeit auf Kosten anderer ▪ Inklusionsgesellschaft: Verallgemeinerte Handlungsfähigkeit mit und durch andere
  8. 8. ZIELBESTIMMUNG Freiheit und Inklusion Utopietheorie|Zielbestimmung|Herstellung*, Vermittlung und Individualität
  9. 9. BEZOGENE FREIHEIT ▪ Freiheit häufig individualisiert ▪ Gesellschaftliche Bezogenheit ▪ „Die Entwicklung des Einzelnen ist die Bedingung der Entwicklung aller“ (Engels/Marx) ▪ Unter welchen Bedingungen wird meine individuelle Entfaltung zur Voraussetzung für die individuelle Entfaltung aller anderen Menschen?
  10. 10. INKLUSIONSLOGIK ▪ Exklusionslogik: Subjektiv funktional auf Kosten anderer zu handeln ▪ Inklusionslogik: Subjektiv funktional andere einzubeziehen ▪ Jenseits von Altruismus und Egoismus
  11. 11. INKLUSIONSBEDINGUNGEN ▪ Freiwilligkeit (vs Arbeit) KP: Gesellschaftliche Notwendigkeiten als individuelle Möglichkeiten/Freiheit Kapitalismus: »Macht, was ihr wollt, aber seid profitabel.« (Glissmann/Peters 2001) ▪ Kollektive Verfügung(vs Eigentum) Eigentum: Ausschließende Verfügung über Lebensbedingungen Offenheit muss mediiert werden Materielle, symbolische und soziale Grundlage der Freiwilligkeit
  12. 12. FREIWILLIGKEIT Hierarchisches System Konsens- Hierarchie Freiwilligkeit
  13. 13. KOLLEKTIVE VERFÜGUNG Eigentum Kollektive Verfügung Gemeinschafts- eigentum
  14. 14. HERSTELLUNG*, VERMITTLUNG &INDIVIDUALITÄT Utopietheorie|Zielbestimmung|Herstellung*, Vermittlung& Commonistische Individualität
  15. 15. RE/PRODUKTION ▪ Tätigkeit muss Menschen motivieren Traditionelle Psychologie: „Wie können wir Menschen motivieren? Wie können wir Menschen dazu bringen, das zu wollen, was sie tun müssen?“ Zu was sind wir motiviert? Was ist mir wichtig? ▪ Inklusion der Bedürfnisse der Tätigen ▪ Zwischen Lust und Notwendigkeit ▪ Automatisierung, Gestaltung, Aufteilung, Rotation, etc.
  16. 16. VERMITTLUNG ▪ Lokale Handlungsfähigkeit? Priorität? Abstimmung? Konflikt? ▪ Kapitalistische Vermittlung verselbständigt ▪ Gesellschaft immer selbständig, schafft Bedingungen ▪ Gleichzeitigkeit von Selbständigkeit und Gestaltbarkeit
  17. 17. COMMONISTISCHE STIGMERGIE ▪ Gesellschaftliche Vermittlung verlangt Hinweise ▪ Kapitalismus: abstrakter Preis ▪ Commonismus: Vielgestaltige Bedürfnissignale
  18. 18. Polyzentrische Selbstorganisation Infrastruktur Institutionen Projekte Meta Nur für die Fantasie!
  19. 19. KONFLIKTE UND ALLGEMEINHEIT ▪ Gesellschaft der Bedürfnisse ist eine Gesellschaft der Konflikte ▪ Inkludierende Konflikte? – Kollektive Selbstverständigung ▪ Zeit für unsere Konflikte ▪ Keine getrennte Allgemeinheit/Staat Durchsetzungsinstitution: Plant für andere Herrschaftsmittel Naheliegend: Macht statt Inklusion ▪ Entscheidungsoptimierung: Inklusion
  20. 20. COMMONISTISCHE INDIVIDUALITÄT ▪ Jenseits von Getrenntheit ▪ Jenseits der Ethik ▪ Jenseits von Gemeinschaft ▪ Hintergrundgefühl: Aufgehobenheit
  21. 21. “OHNE ANGST ABHÄNGIG SEIN …” Danke für die Aufmerksamkeit

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